Lebenslauf und Schaffensquerschnitt von Ric Stiens, Dipl.-Ing., Architekt BDA. AKNW.

Ric Stiens wurde am 5. März 1930 in Lage/Lippe geboren. Sein Vater war Konditormeister und seine Mutter die Tochter des Fotografenmeisters Ludwig Hey aus Lage, Hellmeyerstr. 5. In Lage-Lippe verlebte er eine glückliche Kinder- und Jugendzeit trotz der Kriegswirren von 1939 bis 1945.

 

Nach dem Abschluss in der Bürgerschule begann er 1944 eine Maurerlehre in der Baufirma August Vordemvenne mit Abschluss der Gesellenprüfung 1947. Dies war u.a. eine Voraussetzung dafür, auch ohne Abitur an der „Bauschule Lage HTL.“ studieren zu können. Vorher wurde noch ein sogenanntes Vorsemester mit einer strengen Eignungsprüfung erfolgreich absolviert.

 

1951 erfolgte der Abschluss des Studiums mit dem „gut“ bestandenem Examen als Bauing./Architekt. Im Alter von erst 21 Jahren war er der bis dahin jüngste Absolvent an der Bauschule Lage.

 

Seine erste berufliche Anstellung fand er in Essen, der Heimatstadt seines Vaters. Dort arbeitete er von 1951 bis 1954 im Büro des Architekten BDA E.A. Gärtner als junger Anfänger bereits nach kurzer Zeit an großen Projekten, wie z.B. für die Textilfabrik FABRA in Essen. 1954 wechselte er aus Gründen der beruflichen Weiterbildung in das bekannte Büro für Städtebau von Herrn Bauassessor Horst Loy,  Essen, wo durch errungene Wettbewerbserfolge an Schulen und dem Folkwang-Museum mitgearbeitet wurde.

 

Im Jahre 1956 wurde dann im Alter von 26 Jahren Hochzeit gefeiert und mit Frau Inge Disse eine Familie gegründet, aus der später 3 Kinder hervorgingen.

 

Im gleichen Jahr gewann das Architekturbüro von Herrn E.A. Gärtner den Planungs-Wettbewerb zum Bau des Grundwasserwerkes „Süderelbmarsch“ in Hamburg  - jedoch unter der Vorgabe, dass dafür ein Zweigbüro in Hamburg zu errichten ist. Die Leitung dieses Büros wurde Ric Stiens spontan von seinem ehemaligen Chef E.A. Gärtner angeboten und kurz entschlossen akzeptiert. Es erfolgte der sofortige Umzug der jungen Familie nach Hamburg, die Einrichtung des Büros an der Holzbrücke 7 und der Wohnung im Peterskampweg 5.

 

Das Büro lief gut an und es entwickelte sich eine so gute Zusammenarbeit mit den HWW (Hamburger Wasserwerke), dass im Anschluss an das Grundwasserwerk „Süderelbmarsch“ auch noch das Grundwasserwerk „Haseldorfer Marsch“ geplant werden konnte. Nebenher wurden im Zweigbüro noch 2 Textilfabriken in Haselünne und Esterwegen entworfen und mehrere Umbauten in umliegenden C&A- Häusern betreut.

 

Nach Abschluss dieser Projekte wurde Ric Stiens ab Ende 1958 bis 1965 als Chefarchitekt in das Stammbüro in Essen zurückgerufen, verbunden mit Umzug der ganzen Familie. 1965 wurde er Partner von Herrn E.A. Gärtner im neuen Büro in der Vierchowstr. 51 in Essen und sie firmierten fortan als

E.A. Gärtner + Ric Stiens, Architekten BDA.

Es folgten die Mitgliedschaft im BDA, in der Architektenkammer NRW und  in der Hamburgischen Architektenkammer.

 

Das Büro arbeitete seit der Gründung durch Herrn E.A.Gärtner hauptsächlich für die Textilhandelsfirma“ C&A – Brenninkmeyer“ in Düsseldorf und plante allein dafür ab 1965 als Partnerschaft 140 Kaufhäuser in ganz Deutschland. Es wurden seinerzeit 80 bis 100 Mitarbeiter beschäftigt, einschließlich einer eigenen Abteilung für die Haustechnik und Bauleitung. Neben dem Planungsschwerpunkt „Textilkaufhäuser“ plante und realisierte das Büro aber auch Schulen, Altenheime, Möbelhäuser, Wohnungsbauten, Logistikhallen usw. bis hin zu exklusiven Privatvillen mit anspruchsvollen Innenausbauten.

 

Die Partnerschaft mit Herrn Gärtner dauerte bis zu dessen Ruhestand 15 Jahre von 1965 bis 1980. Danach war Ric Stiens über 10 Jahre (1980-1990) Alleininhaber des Büros

Ric Stiens, Dipl.Ing. Architekt BDA.

Gleichzeitig wurde ihm durch einen Erlass der Regierung in NRW die Berufsbezeichnung „Dipl.Ing“. verliehen.

 

1990 wurde im Rahmen einer frühzeitigen Nachfolgeplanung Herr Dipl. Ing. Heinz Nattler als Partner in das Büro

R.Stiens + H.Nattler  Dipl.-Ing. Architekten BDA

aufgenommen. Diese Gemeinschaft dauerte bis Ende 1993. 1994 schied Ric Stiens vereinbarungsgemäß aus, aber von einem Ruhestand war auch danach noch keine Rede. Es gibt für ihn immer noch viel zu tun, sowohl im privaten Bereich als auch in Kunst, Kultur und Förderer von sozialen Projekten in Litauen und in seiner Heimatstadt Lage. Das Büro Nattler Architekten besteht auch heute noch und ist erfolgreich tätig.

 

Die glückliche Ehe mit seiner Frau Inge besteht nun schon über 60 Jahren und in 2016 konnte die „Diamantene Hochzeit“ gefeiert werden. Beide freuen sich über vier heranwachsende Enkelkinder aus 2 jungen Familien der beiden Töchter und Schwiegersöhne.

 

Trotz des arbeitsreichen Berufslebens blieb Ric Stiens Zeit für sportliche Aktivitäten. Er wurde ein sehr erfolgreicher Regattasegler auf dem Baldeneysee, aber auch auf vielen anderen Revieren wie Berlin, Travemünde, Mallorca, Starnberg, Chiemsee und Ascona am Lago Maggiore. Zu Hause erzählen über 150 Preise und Pokale von den Wettfahrten bei den H-Jollen und in der „Internationalen Drachenklasse.“ Im Jahre 2010 wurde ihm wegen seiner Verdienste um den Segelsport vom „Yachtclub Ruhrland Essen“ die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Außerdem wurde er zwei mal als „Skipper oft the Year“ im YCRE besonders geehrt. Mit seiner Hochseeyacht segelte Ric Stiens außerdem von Porto Cervo (Sardinien) aus im Mittelmeer etwa 24.760 Seemeilen (1980-2000), das ist ungefähr einmal um die Welt.

 

So lange es die Gesundheit erlaubt, wird weiter gesegelt, Tennis gespielt und im Winter Ski gelaufen.

 

Stand: 28.02.2017